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Zungenkoeder

Ge:horche dem Leben

Monat

April 2016

Tempo verändert unsere Erkenntnis

Von Karl Ernst von Baer (1792 – 1876):

Der Monatsmensch

Wenn die Natur uns ein tausendfaches Zeittempo gegeben hätte, dann würden wir nicht ca. achtzig Jahre auf diesem Planeten weilen, denn unser gesamtes Menschenleben würde nur ca. einen Monat dauern. Die Menge an Eindrücken würde sich dabei nicht reduzieren, nur ihre Qualität. Einerseits könnten wir den Flügelschlag eines Insektes oder die fliegende Gewehrkugel gemächlich mit dem Blick verfolgen. Andererseits wären die Bewegungen der Himmelskörper für unser “superschnelles” Auge dermaßen langsam, daß es uns schwer fiele, sie überhaupt zu registrieren (eine Mondumlaufbahn würde ja unser gesamtes Leben dauern). Ebenso könnten wir den Wechsel der Jahreszeiten nicht selbst erleben. Vielleicht hätten unsere Wissenschaftler im Laufe von vielen Generationen Daten gesammelt und die Hypothese aufgestellt, daß die Erde periodisch von einer weißen Substanz bedeckt sei oder daß periodisch die Blätter von den Bäumen fielen u.ä.

Und nun fragt WILSMANN:

Würden uns diese Berichte viel anders berühren als Mythen und Märchen aus ferner Urzeit? Wir würden sie lesen, wie wir heute Drachensagen, Sintflutsagen, Sagen von versunkenen … Kulturen. vorstellen könnten wir uns nicht viel dabei.

Der Minutenmensch

Und wenn unsere Lebensuhr 1000 mal 1000 schneller wäre, wenn also ein Menschleben ca. 41 Minuten dauerte? In welcher Wirklichkeit würden wir dann leben? Was den Wechsel Tag/Nacht betrifft, so sagt von BAER:  …könnte der Mensch während seines Lebens unmöglich eine Vorstellung gewinnen. Vielmehr würde ein Philosoph unter diesen Minuten-Menschen, wenn er etwa um 6 Uhr abends an einem Sommertag geboren wäre, gegen Ende seines Lebens vielleicht so zu seinen Enkeln sprechen:

Als ich geboren wurde, stand das glänzende Gestirn, von dem alle Wärme zu kommen scheint, höher am Himmel als jetzt. Seitdem ist es viel weiter nach Westen gerückt, aber immerfort tiefer gesunken. Zugleich ist die Luft kälter geworden. Es läßt sich voraussehen, daß es … nach ein oder zwei Generationen … ganz verschwunden sein wird, und daß dann erstarrende Kälte sich verbreiten muß. Das wird wohl das Ende der Welt sein, oder wenigstens des Menschengeschlechts.

Aber angenommen, das Menschengeschlecht der Minutenmenschen würde die furchtbaren Nächte überleben lernen: Es hätte tausende von Generationen überlebt, bis der Kreislauf eines einzigen Jahres abgeschlossen wäre. Selbst wenn die Kette der Überlieferungen nie abbräche, könnten die Minutenmenschen je eine Vorstellung von den gigantischen Zeit-Ausmaßen der letzten Jahrhunderte seit dem “finsteren Mittelalter” entwickeln …? Und was die Wahrnehmung der “alltäglichen Wirklichkeit” angeht, so wäre die Sinne dieser Minutenmenschen so rasant schnell, daß die Welt fast stillzustehen schiene:

Pflanzen:

Sie könnten keine Pflanzen wachsen sehen: jede Blüte erschiene ihnen unvergänglich

Vögel

Vögel würden regungslos in der Luft schweben

Schallwellen:

Schallwellen, die wir als Töne und Klänge vernehmen, wären für die Minutenmenschen unhörbar. Dagegen könnten sie jene für uns unhörbaren Luftschwingungen hören, die wir als “Ultraschall” bezeichnen.

Übrigens, wenn wir nochmal einen Faktor 1000 nehmen, dann würde ein Lebensalter in ca. 2 1/2 Sekunden ablaufen. Zitat:

Dieser Mensch könnte auch Ultraschall nicht mehr hören, dafür aber jene Wellen, die wir als Licht und Farbe wahrnehmen – wobei er diese HÖREN würde.

Wie wir sehen, ist “unsere vertraute Welt” nur deshalb “unsere vertraute Welt”, weil wir sie mit unserem “vertrauten Zeitmaß” wahrnehmen.

Die andere Richtung

Was wäre, wenn wir in die entgegengesetzte (Zeit-)Richtung gingen, wenn wir das Tempo nicht beschleunigen, sondern verlangsamen?  Wenn ein Menschenalter nicht 80 sondern 80 000 Jahre andauerte; wohlgemerkt, wir gehen immer davon aus, daß die Anzahl von Eindrücken pro Menschenleben ungefähr gleich bleibt. In welcher Welt würden wir dann leben?

Achtzigtausend und kein bischen weise?

Nun gerieten selbst die “ewig ruhigen” Wälder in gespentische Bewegung: Innerhalb weniger Stunden lösten die Jahreszeiten einander ab. WILSMANN:

Kaum wären Winterschnee und Eis geschmolzen, schössen Gräser und Blumen aus dem Boden hervor, schmückten sich die Bäume mit Blättern, setzten sie Früchte an und verlören ihre Blätter wieder. Manche Pflanzen (z.B. Pilze) würden so rasch auftauchen und wieder verschwinden, daß wir sie kaum zu Gesicht bekämen. Gewisse Zierpflanzen in unseren Blumentöpfen und Gärten dagegen würden uns wie herrliches Feuerwerk, wie hochzischende Raketen vorkommen. Kaum hätten wir das Samenkorn in die unruhig brodelnde Erde gesenkt, … schösse ein grüner Strahl (Stengel) in die Höhe und zerplatzte oben in eine jäh aufleuchtende Dolde bunter Farben. Einen Augenblick später wäre … das Feuerwerk bereits zu Ende. Andere Pflanzen würden (vor den Augen dieser Menschen) herumkriechen, als suchten sie nach Beute …

Mit einem Wort: Die Pflanzenwelt hätte aufgehört, jene beschauliche Stille an den Tag zu legen, die wir jetzt als Wesensmerkmal des Pflanzlichen ansehen.

Ebenso bizzar müßt der Wechsel von Tag und Nacht wirken. Die Sonne hätte einen leuchtenden Schweif (wie in unserem jetzigen Zeitmaß ein Komet).

Der 800 000 – Jahre Mensch

Tag und Nacht würden wir als immerwährendes nordlichtartiges Flackern wahrnehmen! Und was den Wechsel der Jahreszeiten angeht, so würde dieser in Sekunden ablaufen. WILSMANN:

Kaum hätten wir uns vom Stuhl erhoben, um durch das Fenster in den frühlingshaften Garten zu schauen, schon brausten die Herbststürme durch die Wipfel der kahlen Bäume, und einige Sekunden später jagten die Wirbeltänze der weißen Flocken über die leeren Beete dahin.

Man bedenke: alle diese seltsamen Veränderungen unseres “Weltbildes” kämen dadurch zustande, daß wir ein anderes Zeittempo hätten, als uns eingeboren ist. … Das, was wir so leichthin (die) Welt nennen, (ist) lediglich “unsere Welt” …

Es ist weder die Welt der subatomaren Partikel (deren Welt eine vielfach schnellere ist, als die des 80 000 – Jahre – Menschen) und es ist nicht die Welt der Bakterien, Pflanzen oder Insekten, sondern:

Es ist eine ganz spezifisch menschliche, eben unsere Welt.

 

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Sign of the times

Süchtiger Sucher

Wenn du Wünsche hast oder dir Bedingungen vorstellst unter denen es dir besser gehen müsste taucht Sehnsucht auf. Ein Zustand den du nicht zu haben glaubst oder nicht hast. Dann suchst du etwas, was scheinbar fehlt oder verloren ist. Was in der Zeit ist, hat die Sehnsucht nach Zeitlosigkeit. Was sich getrennt wähnt, will zurück zur Einheit. Die Idee von Zweiheit (Getrenntheit) ist die Sehnsucht nach Einheit. Mit der Idee eines Ichs entsteht das Verlangen nach Ichlosigkeit, nach Wunschlosigkeit, nach Frieden, Glück etc.. Solange es die Idee von Verbundensein und Getrenntsein gibt, gibt es die Sehnsucht, das zu ändern. Der Suchende ist ein Süchtiger… Süchtig nach sich selbst. Ein Selbstsüchtiger…

Das Verbundensein und Getrenntsein ist beides Illusion. Wie könnte sich etwas von etwas anderem lösen, wenn nie etwas mit etwas anderem verbunden war?

Frei nach Karl Renz…

Lektion des Verderbens

Ich bin im Fall
kann es erahnen
ein harter Knall
wird mich ermahnen

Die Sehnsucht des Leidens
treibt mich voran
Gefahr des Vermeidens
nehm ich nicht an

Werd ich nichts ändern
ist mir klar
mein Leid wird mich entern
auf dem Altar

Es ist mein Leben
ich vergebe den Sinn
du kannst mir nichts geben
denn Regisseur ich bin

Die absolute Nicht-Erkenntis

Merkel handelt wie der Wind

Je nachdem aus welcher Richtung der Wind zu kommen scheint, wendet sich die Kanzlerin. Komischerweise perlt an ihr alles ab und sie wird immer wieder gewählt, und das obwohl sie uns vorsätzlich anlügt.

Beispiel gefällig?

Heute erklärt sie:“Im Rechtsstaat ist es nicht Sache der Regierung, sondern von Staatsanwaltschaften und Gerichten, das Persönlichkeitsrecht und andere Belange gegen die Presse- und Kunstfreiheit abzuwägen.“

http://www.tagesschau.de/eilmeldung/merkel-erklaerung-zu-boehmermann-101.html

Das bedeutet also, die Regierung möchte hier die Verantwortung an ein Gericht abgeben und wird dann dessen Urteil akzeptieren. Wenn dem so wäre, weshalb wurde dann vor einiger Zeit völlig diametral von der Regierung entschieden?

Damals 2012 hat ein Landgericht entschieden, dass das Beschneiden von Jungs den Straftatbestand einer Körperverletzung darstellt und somit aus religiösen Gründen verboten ist.

Gericht stellt religiöse Beschneidung unter Strafe

Ein Urteil des Landgerichts Köln betrifft einen aus religiösen Gründen durchgeführten medizinischen Eingriff: Danach ist die Beschneidung von Jungen künftig als Körperverletzung zu werten.

http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/koerperverletzung-gericht-stellt-religioese-beschneidung-unter-strafe-3421380.html

 

Hier hätte die Kanzlerin und andere Politiker dem Rechtsstaat und dem Persönlichkeitsrecht folgen können. Der Gegenwind von muslimischen und jüdischen Verbänden wurde aber dann höher als das heute beschriebene Persönlichkeitsrecht bewertet.

Nach den Regeln der Kunst

Der Bundestag hat mit selten großer Mehrheit für ein neues Gesetz gestimmt, das die Beschneidungen von Jungen aus religiösen Gründen von Geburt an erlaubt.

http://www.taz.de/!5077371/

Man ging also über und beging Rechtsbeugung und das Volk schwieg.

Wie bigott darf eine Kanzlerin denn noch sein?

PS. Das Gesetz weswegen Herr Böhmermann angeklagt wird soll bis 2018 abgeschafft werden.

Das ist wie, als wenn man erklärt, man fände in die Fresse hauen eigentlich falsch, aber heute haue ich dir nochmal eine rein. Ich verspreche dir, nächste Woche wird in die Fresse hauen verboten.

 

Schmähgedicht

Du willst mich dissen

hast keine Kultur

ich soll mich verpissen

dein Hass hat Struktur

Deine Meinung soll zählen

Konflikte sind möglich

meine Entscheidung zu wählen

Argumente sind tödlich

Tödlich für Freitheit

zu äußern was geht

Worte in Klarheit

durch Strafe vergeht

Entscheidung getroffen

durch willkürliche Zensur

wird Demokratie besoffen

Befindlichkeiten pur

Cat scratch fever

Home bound

Wer „DU BIST“?

haben

Wer „DU BIST“ wird dir niemand sagen können. Alle Vorstellungen eines s.g. „Ichs“ sind konstruiert. Sämtliche Konstruktionen können bezweifelt werden. Solange etwas bezweifelt werden kann gibt es keine Antwort.

Was nicht bezweifelt werden kann ist „deine“ Aussage „ICH BIN“, also „DU BIST“. Man kann danach spekulieren wer, oder was, oder wie man IST, was jedoch sicher ist, IST ein wie auch immer geartetes „ICH BIN“. BIN ICH? ICH BIN!

Aus „DU BIST“ macht nun das s.g. „ICH“ dieses (Dualistische Unikat – Blindes Individuelles Subjekt Triumphiert) eine unendliche wiederkehrende Fragestunde wer, oder was es zu sein hat. ES sucht ständig nach neuen Antworten, weil es ohne Sinn und Relevanz nicht über:leben kann.

Es los zu werden, einzusperren oder zu leugnen wird seine Existenz nur weiter beweisen. Somit wird es im Hintergrund weiter „arbeiten“ und dir Zweifel und neue Fragen einhauchen. Diese Krux wirst du nie los. Kein Entkommen…

Solange es eine Trennung gibt, wird es Leid geben. Die Hingabe in die Illusion von Trennung will die Probleme lösen die es ohne diese Trennung gar nicht geben würde.

Was auch immer IST, es IST. Wird angenomen was IST hat Zweifel keinen Humus. Worte sind Konstrukte und können nur auf etwas hinweisen. Zwischen den Zeilen in der Stille IST DAS was nicht konstruiert und beschrieben werden kann..

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