Suche

Zungenkoeder

Ge:horche dem Leben

Monat

Februar 2016

Nachrichten machen dumm

Wir wissen, dass zu viel Zucker für uns ungesund ist. Dass zu viele Nachrichten uns dumm machen ist weniger bekannt. Unsere Ernährung haben wir entsprechend umgestellt und halbwegs gelernt was schädlich ist. Mit unserem Nachrichtengenuss stehen wir vergleichsweise an dem Punkt, wo wir bei Fast Food vor über zwanzig Jahren standen.

Nachrichten sind wie Zucker für den Geist. Leicht verdaulich, geschmackvoll und höchst schädlich.

Bücher und Magazinartikel stellen im Gegensatz zu Nachrichten eine Sättigung dar, während wir ungehemmt unbegrenzte Mengen von Nachrichten verschlingen, mit verheerenden Nebenwirkungen.

Unser zentrales Nervensystem reagiert stark auf sichtbare, skandalöse, schockierende, laute, farbige Reize. Dies wird von den Verantwortlichen (allen voran Journalisten) systematisch ausgenutzt. So genannte Fakten fesseln unsere Aufmerksamkeit. Werbung funktioniert ebenso. Alles Feinsinnige, Komplexe, Abstrakte und Hintergründige muss ausgeblendet werden.

In den letzten 12 Monaten haben Sie etwa 10000 Kurznachrichten verschlungen. Davon ca. 30 Meldungen pro Tag. Können Sie sich an eine Nachricht erinnern, die in Ihrem Leben für eine bessere Entscheidung gesorgt hat?

Wenn Sie sich wirklich an eine Nachricht erinnern können, berechnen Sie auch die Relevanzquote aus 10000 Nachrichten…

Wie viel Schrott musste Ihr Hirn erst verdauen, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen?

Eine gesunde Selektion von Inhalten ist nicht möglich; denn um zu beurteilen, ob es sich lohnt, eine Schlagzeile zu lesen, müssen wir sie lesen – was uns zwingt, diese Nachricht zu verdauen. Wie relevant eine Nachricht ist wissen Journalisten nicht. Die erfolgreichste Erfindung des 20. Jahrhunderts hieß „Mosaic„.

Wohl kaum jemand kann mit dieser Information etwas anfangen, obwohl Sie gerade durch seine Nachfolger diesen Text hier lesen. Es war der erste Internetbrowser.

Relevanz ist eine persönliche Sache. Für die Medien ist alles relevant, was Aufmerksamkeit verspricht – Paris Hilton, ein Brand in Hinterkarlbach, ein Unfall auf der A3, irgendwelche Wettessen irgendwo.

All dies zwingt uns unter großem kognitiven Aufwand abzuwägen, was für uns wirklich relevant oder überflüssig ist. Es wird uns suggeriert, dass wir durch die Nachrichten einen Wettbewerbsvorteil hätten. Und wer fällt nicht darauf herein?

Wie süchtig Sie bereits sind, können sie einfach testen. Leben Sie einmal eine Woche, besser vier Wochen, völlig ohne den Nachrichtenfastfood.

Die s.g. Tatsachen, die Sie verschlingen sind meist nichts anderes als Neben- und Folgeerscheinungen viel tieferliegender Ursachen. Ohne die Tiefe zu kennen haben sie keine Erklärungskraft. Sie gaukeln uns ein trügerisches Wissen vor. Diesen Denkfehler nennt der Fachmann (Confirmation bias) „Bestätigungsirrtum„.

Wir blenden Hinweise, die unseren Vorurteilen widersprechen, automatisch aus, und sind überempfänglich für Nachrichten, die unsere Überzeugungen bestätigen. Aus einer unendlichen Menge von Nachrichten finden wir Theorien und seien sie noch so falsch die wir zementieren. Dies führt zu Selbstüberschätzung und einem idiotischen eingehen von Risiken.

Weiter nähren die Nachrichten den „Geschichtenirrtum“ (Story bias). Unser Hirn sehnt sich nach Geschichten, die „Sinn machen“ – ob sie der Wirklichkeit entsprechen, ist nebensächlich.

Haben Sie es bis hierher geschafft, oder lässt Ihre Konzentrationsfähigkeit bereits schon merklich nach? Weiterlesen „Nachrichten machen dumm“

Advertisements

Green and the blue

Schrei still

Wort laut
Ohr stumm
gekackte Korinthen
still schweigen

laut Hals
Zungenköder
blind links
Korn findend

Truth begins

So leicht so schwer

Ausgebrannt

Funkelnde Erinnerung
blendet mein Gemüt
Zerfetzter Stolz
hechelt nach Heimat
Unterdrückte Tränen
rinnen als Narben
in meine Seele


Ich bade in Unschuld

Mit Worten…

…hast du mich angezogen
unsere Balance gehalten
und mich meiner Sehnsucht enthoben

…hast du mich ausgezogen
in deine Phantasie gewebt
und mich über Klippen getragen

…hast du dein Versprechen gegeben,
mich zu lieben und zu ehren,
bis zum Tod

…hast du mich aufgezogen
ausgedrückt, gedemütigt
und mir mein Selbstwertgefühl geraubt

An Taten gab es nichts

Vorsprung

dich verloren
im Pool der Unbegrenztheiten
entlang der Ausweglosigkeiten
als Richtung für Orientierung

dich zweideutig
eindimensional verkrochen
als Rückzugsargument
für Motivation und Ziele

dich in Folge im Gefolge verfolgt
für den Rest vom Ganzen
als Teil des Gemeinsamen
zum vereinsamen genommen

dich in Vertrautheit des Negativen geaalt
mit Selbstmitleid beträufelt
um mit individueller Indentifikation
von deinem selbstlosen Selbstbild abzulenken

dich in zerreissender Weise
mit subtiler Gelassenheit
aufgefressen und detailiert
mit Stil aufgegeben

Zerfall

Etwas Frieden
ungeachtet der Ordnung
riskiert reife Splitter

Anläßlich der tropfenden Toleranz
tragen die Gemüter Regenschirme

 

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑