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Ge:horche dem Leben

Monat

November 2015

Das Karussell

Karl Renz: Das Karussell
Willkommen! Willkommen auf dem Jahrmarkt! Wie ich sehe, sitzt du schon auf dem Karussell! Toll, wie du fährst! Du hast einen schnittigen Wagen. Du hast ein Gaspedal. Du kannst sogar bremsen. Aber vor allem hast du ein Lenkrad. Damit kannst du mächtig kurbeln, und das tust du auch. Komischerweise geht es immer nur im Kreis. Du lenkst nach links und nach rechts und bremst und tust, aber es geht immer nur in eine Richtung.
So kurbelt dein Ich. Das sogenannte Ego. Es lenkt nach links, es lenkt nach rechts, und ist nicht immer ganz zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich sehe mal nach den anderen“, denkt es. „Wie fahren denn die? Wie stellt der da drüben sich an?“ Der legt sich entschieden mehr in die Kurve. Das machst du nun auch. Aber es geht weiter im Kreis. Ab und zu hält das Karussell. Kurze Pause. Die Tibeter nennen es „Bardo“. Dann suchst du dir ein anderes Fahrzeug. „Vielleicht nehme ich auch mal das Pferd. Jetzt reite ich mal ’ne Ecke. Wahrscheinlich ist das meine Bestimmung!“ Sehr klug von dir. Oder richtig weise: Du nimmst den kleinen Roller, weil du nach all den ermüdenden Runden inzwischen voller Demut und Bescheidenheit bist.
Ja, dein Ich ist bei all der Kurbelei mächtig gereift. Und wenn du mal zufällig in die gleiche Richtung lenkst, wie das Karussell fährt, kannst du endlich triumphieren: „Wow, das habe ich aber gut gemacht! Ich glaube, jetzt habe ich es raus!“ Nun hast du entdeckt, wie die ganze Sache funktioniert. „Ich habe voll die Kontrolle, seht mal her!“ Du befindest dich in Harmonie mit dem Kosmos, in Übereinstimmung mit der Schöpfung. Ein derartig stimmiges Ich lenkt genau so, wie das Karussell fährt. „Seht doch mal, wie ich lenken kann! Das ganze Karussell bewegt sich, weil ich so lenke! Hier, ich, hierher sehen!“ Wenn du die Kunst so unvergleichlich beherrschst, kannst du sogar den anderen sagen, wie sie fahren müssen. „So müsst ihr’s machen! Wie ich!“
Jetzt bist du ein voll erwachter Fahrer. „Ihm nach“, rufen ein paar andere begeistert. Am besten, du übernimmst gleich den Bus: „Alle bei mir einsteigen und hinter mich setzen! Ich bin eins mit dem Karussell!“ Dann bist du ein Guru. Wenn du mehr im Stillen wirken willst, kannst du natürlich auch andere wichtige Aufgaben übernehmen, zum Beispiel das Feuerwehrauto fahren. Oder den Krankenwagen. Oder du fährst einfach hinter dem Krankenwagen her, sicherheitshalber.
Wichtig bei alledem ist nur, dass du den Überblick behältst. Dass du im richtigen Moment Gas gibst und im richtigen Moment bremst. Und vor allem, dass du mit größtem Geschick lenkst. Das hilft allen. So hältst du nicht nur dein Fahrzeug perfekt auf dem Weg. Du trägst zur gelungenen Fahrt des gesamten Karussells bei! Wenn nur jeder so fahren würde! Du hast alles im Griff.
Bis du mal versehentlich den Lenker loslässt. Nanu! Jetzt wunderst du dich. Es geht ja auch von allein! Das Ding fährt von selbst! Stimmt. Es fährt selbst. Das Selbst fährt. Du brauchst dich nicht anzustrengen. Du kannst dich zurücklehnen und genießen. Es geht immer direkt ins Glück.

Schlank

Hoffentlich
In Zeit gebundener Erfüllungsgehilfe

Hätte
Nachtrauern verpasster Gelegenheiten

Wenn
Erwartung an Wunscherfüllung in Zeit

Jetzt
Ohne Zeit verlaufender Fluss ohne Gedanken und Wertung

5

Widerstand ist zwecklos

Widerstand erzeugt Leid. Die Physik erklärt uns, dass Druck Gegendruck erzeugt. In der Mathematik ist ein Isomorphismus „Form“ oder „Gestalt“ eine Abbildung zwischen zwei mathematischen Strukturen, durch die Teile einer Struktur auf „bedeutungsgleiche“ Teile einer anderen Struktur umkehrbar eindeutig (objektiv) abgebildet werden.

Wird durch isomorphes (gleiches) Verhalten der Kreis der Gewalt unterbrochen? Wird durch isomorphes Verhalten das Muster unterbrochen und dadurch eine neue Perspektive geboren?

Kann Verschiedenheit so zueinander wachsen?

Terror, Hass und Tod halten die IS-Kämpfer für uns bereit. Sie verbreiten Angst und wollen zwischen uns Twist und Zerstörung säen. Wenn wir auf Gewalt mit Gegengewalt antworten, wenn wir mit der gleichen Bedeutung und den gleichen Mitteln antworten, würde sich dann die Lage entwicklungsfördernd positiv verändern? Würden wir so weitere „normale“ junge Männer aus der s.g. Mittelschicht davon abhalten zu den Terroristen überzulaufen? Wäre so ein nachhaltiger Frieden möglich?

Was würde passieren, wenn wir sie mit Liebe, Zuverlässigkeit, Vertrauen, Zuversicht, Inspiration und Perspektiven überhäufen? Was wäre, wenn wir ihnen Frieden und Gemeinschaft vorleben würden? Was wäre, wenn wir Vertrauen zu einer Verschiedenheit entwickeln könnten? Was wäre, wenn wir sie mit Liebe assimilieren?

Widerstand und unsere Verhaltensweisen haben uns bis hierher gebracht.

Wie könnte eine Verschmelzung einer Minderheit mit einer Mehrheit in den Fokus unsere Gesellschaften rücken? Die Familie Mensch könnte beginnen, sich wie eine entwicklungsfördernde Familie zu benehmen.

Nein, ich habe keine Lösung. Es könnte ein Lösungsvorschlag sein.

Shoots and Ladders

7

herz

Satz des Tages

Sie haben Waffen und wir haben die Blumen.

 

Sie schenken uns Hass und Tod. Wir schenken Liebe und Trost.

6

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